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digitalisierte Bücher

K. Thienemann / Julius Hoffmann: Programm



Für Informationen bedanke ich mich bei Alice Ettwein, ALEKI , Universität zu Köln

Der Verlag wurde 1849 von dem 63jährigen Karl Thienemann als reiner Kinderbuchverlag gegründet und brachte ABC-, Bilder- und Reimbücher heraus, von denen auch einige von Karl Thienemann selbst verfasst worden waren. Erst 1856 erschien als erstes Abenteuerbuch Die Gefahren der Wildniss, bearbeitet nach Robert Montgomery Bird, dem 1857 Conanchet, eine Cooper-Bearbeitung, folgte. Beide Bearbeitungen stammen von Franz Hoffmann, einem Onkel des späteren Verlagseigentümers Julius Hoffmann, und waren zuvor im Stuttgarter Verlag Stoppani in gleicher Ausstattung erschienen.

Nachdem der Thienemann-Verlag 1862 in den Besitz von Dr. Julius Hoffmann übergegangen war, entwickelte dieser eine neue naturkundliche Sparte vorwiegend für Erwachsene mit Titeln wie:

  • Heinrich Rebau's Naturgeschichte für Schule und Haus.
  • Vollständige Naturgeschichte der deutschen Zimmer-, Haus- und Jagdvögel nebst einem Anhange über die ausländischen Vögel, welche in Deutschland im Handel vorkommen
  • Pflanzen-Atlas nach dem Linne'schen System
  • Illustrierte Deutsche Flora.Eine Beschreibung der in Deutschland und der Schweiz einheimischen Blütenpflanzen und Gefässkryptogamen
  • Botanischer Bilder-Atlas nach De Candolle's Natürlichem Pflanzensystem.
  • Praktische Pflanzenkunde für Handel, Gewerbe und Hauswirtschaft

Julius Hoffmann selbst verfasste naturkundliche Bücher für Jugendliche wie Der Schmetterlingssammler. Beschreibung und Abbildung der vorzüglichsten in Mitteleuropa heimischen Schmetterlinge. Nebst ausführlicher Anleitung, Schmetterlinge zu fangen, aus Raupen zu erziehen und eine Sammlung anzulegen.

Neben diesem neuen Zweig und den Kinderbüchern, die weiter im Programm blieben, wurde der Bereich der Jugendbücher ausgebaut, wobei auch eine eigene Abteilung für Mädchen eingerichtet wurde.

Im Bereich der Abenteuerbücher erschienen zunächst Bearbeitungen von Romanen und Erzählungen fast (z.B. fehlt Gustave Aimard) aller Autoren der klassischen Abenteuerliteratur wie Robert Montgomery Bird, James Fenimore Cooper, Charles Dickens, Gabriel Ferry, Charles Augustus Murray, Frederick Marryat, Theodor Mügge, Thomas Mayne Reid, Sir John Retcliffe, Sir Walter Scott, Charles Sealsfield und Robert Louis Stevenson. In der Liste der Jugendbücher sind Campes Robinson und der Schweizerische Robinson ebenso vertreten wie Onkel Toms Hütte, Don Quichote und Gullivers Reisen. Coopers Lederstrumpfgeschichten, die seit den 60er Jahren bei vielen Verlagen zum Standard gehörten, sind spät, erst als Anton Hoffmann den Verlag leitete, in das Verlagsprogramm aufgenommen worden.
Originalausgaben fehlten zunächst. Erst ab 1875 erschienen neben den Bearbeitungen Erzählungen von Rudolf Scipio, ab 1889 kam dann Eginhard von Barfus als Autor hinzu.
Als Bearbeiter waren vor allem Otto Hoffmann, Max Barack (der für Walter Scott zuständig war und auch zwei Schiller-Dramen bearbeitete) und später dann Paul Moritz beschäftigt.

Zu bemerken ist, dass im Gegensatz zu fast allen anderen Jugendbuchverlagen im Thienemann-Verlag bis weit nach 1900 kaum deutschnationale und kolonialistische Bücher (Eginhard von Barfus ist nicht wirklich der Kolonialliteratur zuzurechnen) erschienen sind.

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