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Friedrich J. Pajeken

Kaufmann, Schriftsteller

* 5.3.1855 Bremen
+ 8.11.1920 Hamburg

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Friedrich Joachim Pajeken (Bojeken, Payeken , Pajken) , Sproß einer alten Bremer Kaufmannsfamilie, wurde am 5. März 1855 als Sohn des Kapitäns und Kaufmanns Eduard Pajeken in Bremen geboren. Nach dem Besuch der Handelsschule in Bremen wandte sich der vielseitig begabte Pajeken dem Kaufmannsberuf zu.
1874/75 diente er als "Einjährig Freiwilliger" im Infanteriergiment No.75 in Bremen.
1876 wurde Pajeken von seinem Bremer Geschäftshaus nach Übersee geschickt um dort Erfahrungen zu sammeln und selbständig zu werden. Drei Jahre war die Stadt Ciudad Bolivar am Orinoko seine zweite Heimat, wohin er immer wieder von seinen Streifzügen gerne zurückkehrte. Von Ciudad Bolivar, wo er südamerikanische Indianer kennengelernt hatte, zog Pajeken noch für zwei weitere Jahre auf die "Hollers Ranch" in den Bighorn Mountains am Brod River, von wo aus er nordamerikanische Indianerstämme aufsuchte und eingehend studierte. Von den Indianer erhielt Pajeken wegen seiner gelblichen Hautfarbe und einem Meisterschuß auf einen Adler den Ehrennamen "Yellow Eagle".
Eine Fotographie, die F. J. Pajeken in Trapperkleidung zeigt, entstand kurz nach seiner Rückkehr aus Nordamerika zu Anfang der 80er Jahre des 19.Jahrhunderts in Bremen. Gleich Balduin Möllhausen war ihm dieses Gewand bis zu seinem Lebensende lieb und wert.
Von 1883 bis 1889 betrieb Pajeken ein Agentur- und Kommissionsgeschäft in Bremen, war Miglied des Kaufmannsvereins "Union" und als guter Geiger Dirigent dessen Diletantenorchesters.
1889 zog Pajeken von Bremen nach Hamburg, wo er 1890 die Oratorien- und Liedersängerin Agnes Pajeken-Winkelmann heiratete. Aus der Ehe gingen die Söhne Eduard und Joachim Pajeken hervor.
1897 zog Pajeken mit seiner Familie nach Berlin-Charlottenburg. 1917 ging die Familie zurück nach Hamburg, wo Pajekens ältester Sohn Eduard mit Familie lebte.
Am 8.November 1920 starb F.J.Pajeken in Hamburg, wo er auf dem Friedhof zu Rheinsberg die letzte Ruhe fand.

Pajeken war vor dem 1.Weltkrig ein vielgelesener deutscher Jugendbuchautor. Seine Erfahrungen in Amerika benutzte er, um seinen jugendlichen Lesern die herkömmlichen romatischen Vorstellungen über den wilden Westen auszutreiben.

... P[ajeken]s moral-didaktische Absicht verstimmte schon die Leser seiner Zeit und hatte durch ihre trivial-traktathafte Intention gerade nicht den bezweckten Rezeptionseffekt gegenüber der trivial-exotischen Indianerliteratur. Einige Bücher erlebten zwar einige Auflagen, fanden auf die Länge jedoch keine Resonanz bei der lesenden Jugend; sie sind heute nur noch für den historisierenden Jugendbuchforscher von Interesse.

Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Weinheim und Basel, 1984

... Mit der Forderung des unterhaltenden Belehrens, die er an seine Erzählungen stellt, versucht Pajeken seine pädagogische Intention zu unterstützen. Er betont die Wahrhaftigkeit seines Berichtes, seine Augenzeugenschaft und das "tatsächlich Erlebte"; in Digressionen, in denen er geographische, kulturelle und historische Details verarbeitet, hebt er den Charakter des prodesse hervor. Auch ihm gilt die Scottsche Dialektsprache, das geschickt verwendete Fremd- und Fachwort und die Fußnote, in der ein erklärender Kommentar zum Erzählten gegeben wird, als Mittel, seinen Erzählungen Wahrscheinlichkeit zu verleihen. Die Handlung und das Abenteuergeschehen - und darin unterscheidet sich Pajeken trotz des Hervorhebens der Wahrhaftigkeit des Erzählten keineswegs von den anderen Abenteuerschriftstellern seiner Zeit - nimmt ihre Wahrscheinlichkeit jedoch nicht aus der Möglichkeit des realen Geschehens, sondern ebenfalls aus der bunten, traumhaften Welt der Kolportage: die Landschaft hat sich oft dem Handlungsverlauf zu fügen, ein schwer erkrankter Westmann, der schon dem Tode nahe war, ist in kurzer Zeit wieder genesen (da der Handlungsverlauf dies erfordert), auf "höchste Not" folgt die knappe Rettung - und könnten einmal Zweifel an der Folgerichtigkeit des Geschehens auftauchen, so "hatte der liebe Gott tüchtig mitgeholfen".
Die Vehemenz, mit der Pajeken in Vorreden die Wahrhaftigkeit seiner Erzählungen betont, rührt also kaum von dem tatsächlichen Gehalt des Erzählten her, sondern hängt vielmehr mit seiner pädagogischen Wirkungsintention zusammen. Tatsächlich will Pajeken erziehend auf seine jungen Leser wirken - und zwar entgegengesetzt zur gängigen Abenteuerliteratur seiner Zeit; durch die starke Betonung des angeblich "realistischen" Charakters seiner Erzählungen will Pajeken diese gegenüber den anderen zeitgenössischen Schriften des Genres aufwerten und den Abenteuerromanen und -erzählungen, die ihre Leser in eine freie Traumwelt ausbrechen lassen, ihre Traum- und Scheinhaftigkeit als Stigma anheften. Schon Sophie Wörishöffer sprach die Jugend an, doch erweckte sie Lust an Abenteuer und Ferne - erinnert sei besonders an den Roman >Robert, der Schiffsjungen In Wörishöffers Romanen klingt das "Vater vergib mir" des verlorenen und zurückgekehrten Sohnes jedoch wie das Credo eines Ungläubigen, der Abenteurer kehrt nicht in die verhaßten, kleinlichen Verhältnisse zurück, die ihn zum Ausbruch veranlaßten. Pajeken hingegen versucht das Abenteuer als Erziehungsprozeß zur Einpassung in zuvor verhaßte Ordnungen zu gestalten; er versucht mit den Motiven und Topoi der Abenteuerliteratur die Lust des jugendlichen Lesers am Abenteuer vergehen zu lassen, obwohl er gerade mit dieser Lust seine Leser unterhält und fesselt. Dieses Vorhaben versucht er durch seinen angeblichen Realismus zu untermauern.

[...]
In seinen Abenteuererzählungen stellt Pajeken den Zivilisationsprozeß als Notwendigkeit dar, der Ureinwohner und Wildnis, damit das Traumreich der Abenteurer, weichen müssen; "es ist eben ein unerbittliches Naturgesetz, daß der Schwächere dem Stärkeren im Kampfe ums Dasein unterliegen muß." Die Gesetzlosigkeit der Wildnis wird durch das Gesetz eingeholt. "Nie scharf genug kann ein Gesetz sein, welches die Ordnung aufrecht erhält, da sie allein der Grundstein alles Segens ist." Und dieser Ordnung "soll sich jeder Mensch unbedingt beugen; wer dasselbe [das Gesetz] aber wie Old James mißachtet, dem ist nichts heilig, und schon deshalb ist er zu verdammen. Gott wird ihn der gerechten Strafe nicht entgehen lassen."
Pajekens Erzählungen bauen auf der Tradition der Abenteuerliteratur, er verwendet und verarbeitet die Motive nicht geschickter oder weniger geschickt als andere der zahlreichen Jugendschriftsteller auch; die Besonderheit seiner Schriften liegt in der "Umkehrung" der überlieferten Motive und Topoi. Zusammen damit mag die Hervorhebung der Schriften als belehrende und auf tatsächlich Erlebtem beruhende dazu beigetragen haben, daß der Verlag sie als Bücher der Jugend vorstellen konnte, die "auch von der Kritik als solche Indianergeschichten anerkannt [sind], die sich weit entfernt halten von dem Begriff Schundliteratur."

...

Bernd Steinbrink: Abenteuerliteratur des 19. Jahrhunderts in Deutschland, Niemeyer, Tübingen, 1983

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Friedrich J. Pajeken

Am Orinoko

Richard Eckstein Nachf.

1896

Friedrich J. Pajeken

Andrew Brown der rote Spion

Wilhelm Effenberger

1894

Friedrich J. Pajeken

Auf eigene Faust

Hermann Costenoble, Jena

1915

Friedrich J. Pajeken

Aus dem Westen Nordamerikas

Universalbibliothek, Büchersammlung für Gabelsbergersche Stenographen

1890

Friedrich J. Pajeken

Aus dem wilden Westen Nordamerikas

Philipp Reclam jun.

1890

Friedrich J. Pajeken

Aus dem wilden Westen Nordamerikas
Zweites Bändchen

Philipp Reclam jun.

1895

Friedrich J. Pajeken

Aus dem wilden Westen Nordamerikas
Zweites Bändchen

Philipp Reclam jun.

ca 1918

Friedrich J. Pajeken

Bill der Eisenkopf

Wilhelm Effenberger

1899

Friedrich J. Pajeken

Bob der Fallensteller

Ferdinand Hirt & Sohn

1890

Friedrich J. Pajeken

Bob der Fallensteller

Ferdinand Hirt & Sohn

1903

Friedrich J. Pajeken

Bob der Fallensteller

Ferdinand Hirt & Sohn

1909

Friedrich J. Pajeken

Bob, der Millionär

Ferdinand Hirt & Sohn

ca 1895

Friedrich J. Pajeken

Bob der Millionär

Ferdinand Hirt & Sohn

1894

Friedrich J. Pajeken

Bob, der Millionär

Ferdinand Hirt & Sohn

ca 1908

Friedrich J. Pajeken

Bob der Städtegründer

Ferdinand Hirt & Sohn

1892

Friedrich J. Pajeken

Bob der Städtegründer

Ferdinand Hirt & Sohn

ca 1914

Friedrich J. Pajeken

Das Geheimnis des alten Hauses

W. Herlet

1909

Friedrich J. Pajeken

Das Geheimnis des Karaiben

Carl Flemming

1891

Friedrich J. Pajeken

Der gespenstische Reiter und andere Abenteuer aus dem Wilden Westen Nordamerikas

Enßlin und Laiblin

1907

Friedrich J. Pajeken

Ein Held der Grenze

Ferdinand Hirt & Sohn

1893

Friedrich J. Pajeken

Ein Held der Grenze

Globus Verlag, Berlin

1904

Friedrich J. Pajeken

Ein Held wider Willen

Globus Verlag

1904

Friedrich J. Pajeken

Im Urwald und andere Erzählungen

Köhler, München

1920

Friedrich J. Pajeken

Im wilden Westen. Die Rache des Guarauno.
Zwei Erzählungen aus Nord- und Südamerika.

Wilhelm Effenberger

1900

Friedrich J. Pajeken

Im wilden Westen und drei andere Erzählungen aus Nord- und Südamerika

Wilhelm Effenberger

1891

Friedrich J. Pajeken

Im wilden Westen und drei andere Erzählungen aus Nord- und Südamerika

Wilhelm Effenberger

1898

Friedrich J. Pajeken

In der Mumienstadt

1909

Friedrich J. Pajeken

In Sturm und Not

Herlet, Berlin

1910

Friedrich J. Pajeken

Jagdabenteuer in den Tropen

Philipp Reclam jun.

1911

Friedrich J. Pajeken

Jim der Trapper

Wilhelm Effenberger

1892

Friedrich J. Pajeken

Jim der Trapper

Wilhelm Effenberger

1895

Friedrich J. Pajeken

Martin Forster

Wilhelm Effenberger

1898

Friedrich J. Pajeken

Der Mestize und drei andere Erzählungen aus Nord- und Südamerika

Wilhelm Effenberger

1896

Friedrich J. Pajeken

Mitaha-sa das Pulvergesicht

Wilhelm Effenberger

1895

Friedrich J. Pajeken

Die Rache des Emmaranus

Löwes Verlag Ferdinand Carl

1918

Joachim Heinrich Campe
Bearb.:
Friedrich J. Pajeken

Robinson Krusoe

Süddeutsches Verlags-Institut

1896

Joachim Heinrich Campe
Bearb.:
Friedrich J. Pajeken

Robinson Krusoe

Schreiter, Berlin - Leipzig

1900

Friedrich J. Pajeken

Der Schatz am Orinoko

Loewes Verlag Ferdinand Carl

1902

Friedrich J. Pajeken

Schicksals Walten

Volks- und Jugendschriften-Verlag des Neuen Preußischen Lehrervereins

1912

Thomas Mayne Reid
Bearb.:
Friedrich J. Pajeken

Die Skalpjäger

Löwes Verlag Ferdinand Carl

1901

Friedrich J. Pajeken

Der Teufel vom Minnetonka-See

Dr. Max Gehlen, Leipzig

1914

Friedrich J. Pajeken

Der Teufel vom Minnetonka-See

Dr. Max Gehlen

1914

Friedrich J. Pajeken

Das Vermächtnis des Invaliden

Wilhelm Effenberger

1893

Friedrich J. Pajeken

Das Vermächtnis des Invaliden

Teutonia, Leipzig

1893

Friedrich J. Pajeken

Das Vermächtnis des Invaliden

Loewes Verlag Ferdinand Carl

1909

Friedrich J. Pajeken

Verloren und Gerettet

Teutonia-Verlag

1908

Gabriel Ferry
Bearb.:
Friedrich J. Pajeken

Der Waldläufer K. Thienemanns Verlag

1896

Gabriel Ferry
Bearb.:
Friedrich J. Pajeken

Der Waldläufer K. Thienemanns Verlag

1912

Friedrich J. Pajeken

Wunderbare Wege

Löwes Verlag Ferdinand Carl

1901

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