Abenteuerliteratur
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Henry Rider Haggard
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Henry Rider Haggard gehört wie der mit ihm eng befreundete Rudyard Kipling zu den großen britischen Kolonialschriftstellern. Ein Grund für seinen Erfolg war die Erfindung des Serienhelden Allan Quatermain. Seine Bücher werden auch heute noch verlegt und wurden vielfach verfilmt. So bedeutend Haggard für die englische Literatur war, so wenig konnte er in Deutschland Fuß fassen. Er stand auf der falschen Seite - in Deutschland galt die Sympathie der Leser nicht den englischen Kolonialherrn, sondern sie erfreuten sich an "der Buren Freiheitskampf"; britischer Imperialismus störte die Lust an den neuen deutschen Kolonien und der Schauplatz Afrika war zur Genüge abgedeckt durch einheimische Kolonialliteratur. Zudem war Haggard auch kein Freund der Deutschen, stachelte 1914 mit Brandreden die Engländer zum Krieg gegen Deutschland an und schilderte die deutschen Soldaten des ersten Weltkriegs als besonders unmenschlich und grausam. |
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... H. war das achte von zehn Kindern eines englischen Landedelmannes, der für seinen Sohn eine Laufbahn im diplomatischen Dienst vorgesehen hatte. 1875 wurde H. mit dem neuernannten Gouverneur Sir Henry Bulwer als Privatsekretär ohne Gehalt nach Südafrika geschickt, wo die politischen Spannungen zwischen der britischen Kapkolonie und dem jungen Transvaalfreistaat der Vortreck-Buren einem neuen Höhepunkt entgegengingen, insbesondere da die Buren dem Druck der Zulu und Mtabele-Krieger ausgesetzt waren. H. war an der Annektion des Burenfreistaats direkt beteiligt - er hißte die britische Flagge in der Transvaalhauptstadt Pretoria am 12.4.1877. Danach siedelte er sich als Farmer in Natal an. In seinem Hause wurden die Friedensverhandlungen zur Beendigung des ersten Burenkrieges geführt. 1881 kehrte H. nach England zurück und nahm ein Jurastudium auf. Aus dieser Zeit datieren seine ersten literarischen Versuche. In späteren Jahren bewarb sich H. um einen Sitz für die konservative Paertei im britischen Unterhaus und war Vorsitzender einer königlichen Untersuchungskommission zur Situation der Landwirtschaft. ...
Eckhard Breitinger: Haggard, Henry Rider |
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In einem beinahe automatischen Schreibstil (automatic writing) brachte H. ein Buch nach dem andern auf den Markt.
Eckhard Breitinger: Haggard, Henry Rider |
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Ein strukturierendes Prinzip dieses Mythos (= Mythos Empire) ist der Sozialdarwinismus. Er läßt die Ungleichheit in Gesellschaften und zwischen Nationen als gerechtfertigt erscheinen. Wer an der Spitze steht, ist durch den Mechanismus des `survival of the fittest` dorthin gelangt, sei er Individuum oder Nation, die Natur hat ihn dorthingestellt; der Daseinskampf erlaubt alle Mittel, auch den Krieg; es gibt Menschen und Rassen auf verschiedenen Stufen der Evolution, die Herrschaft der einen über die andern ist berechtigt, usw. Die beiden hier besprochenen Romane (= Buchan: "Prester John" und Haggard: "She") legen die Richtigkeit solcher Gedankengänge nahe; mit ihrer Abwertung der "natives, savages, barbarians" tragen sie zur Verbreitung des Rassismus bei.
Jens-Ulrich Davids: Die wilden Früchte des Empire |
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... Mit der Darstellung einer Scheinrealität und den in ihr agierenden einfältigen Charakteren muß Haggard Vorurteile verwenden, um seine Handlung tragbar werden zu lassen. Das alles andere überschattende Ideologem, das seine Handlung trägt, ist die charakterliche und physische Überlegenheit der weißen Rasse und ihr davon abgeleiteter Herrschaftsanspruch. Für Haggard - wie für Kipling - war dieser Anspruch noch mit einer Verantwortung verbunden; das Verhältnis seiner Helden zu ihren Helfern und anderen Eingeborenen trägt deutlich feudale Züge. Zwischen den beiden Parteien bestand ein stillschweigender Vertrag, in dem von der Intention her beide profitierten: Der Feudalherr verpflichtet sich, seinen Hintersassen als Gegenleistung für ihre Dienste Schutz und Hilfe zu gewähren. Obwohl beide Teile zu dem Vertrag beisteuern, kann über die Rangfolge keine Unklarheit herrschen. ...
Wolfgang Crass: |